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Der unten stehende Antrag wurde heute in der UV Sitzung von den Mandatar_innen der GRAS Linz eingebracht. Der Antrag wurde mit den Stimmen von GRAS, VSStÖ/IKS, ÖSU und NO'MAAM angenommen, die Mandatar_innen der Aktionsgemeinschaft stimmten dagegen.
Erklärungstext / Darstellung des Sachverhalts
Wie jedes Jahr findet am 11. Februar in Linz der Burschenbundball im Palais Kaufmännischer Verein statt. Veranstalter dieses Balles sind die oberösterreichischen deutschnationalen schlagenden Burschenschaften und ähnliche Studentenverbindungen. Dieser Ball dient den rechtsextremen Studenten- und Mittelschulverbindungen als Anker und Schnittstelle in die gesellschaftliche Mitte und in die Wirtschaft und wird neben Landeshauptmann Josef Pühringer auch vom Rektorat der Johannes Kepler Universität Linz, in Person des Vizerektors für Internationales mit Festreden eröffnet und damit legitimiert. Der Linzer “Burschenbundball” gehört nach dem WKR Ball in der Wiener Hofburg zu den größten Veranstaltungen der deutschnationalen Männerbünde in Österreich. Darunter fallen Burschenschaften, Corps, Sängerschaften, Landsmannschaften und die pennalen Mitteschulverbindungen. Ihre politische Ausrichtung umfasst unter anderem den gesellschaftlichen Ausschluss von Frauen, Angriffe gegen nicht heterosexuell lebende Menschen, ein starkes Bekenntnis zu Deutschnationalismus, Antisemitismus und Rassismus, insbesondere antimuslimischer Rassismus. Wie auch in anderen Männerbünden geht es neben der Verbreitung von Ideologie auch um das Bilden von Seilschaften in Politik und Wirtschaft. Viele dieser Verbindungen schrecken auch vor einer offenen Relativierung des Nationalsozialismus und der Shoah nicht zurück. Ein Beispiel dafür ist die an der Uni Linz aktive schlagende Burschenschaft Arminia Czernowitz. Vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands eindeutig als rechtsextrem eingestuft, zeigt diese immer wieder unverhohlen ihr Naheverhältnis zu nationalsozialistischem Gedankengut. Erst im letzten Jahr luden sie zu einem Vortrag von Richard Melisch, einem selbsternannten Globalisierungsexperten, nach Linz ein. Richard Melisch ist bekennender Antisemit mit guten Kontakten zur rechtsextremen Szene und spricht auch gerne auf Veranstaltungen der deutschen und österreichischen Neonaziszene. Als Bewerbungssujet wurde damals als bewusste Provokation ein leicht verändertes Propagandaplakat der NSDAP verwendet. Auch nach Bekanntwerden dieser Tatsachen gab es keinerlei Distanzierung. Gerade in Anbetracht der Geschichte der Stadt Linz und des Staates Österreich und seiner Rolle im Nationalsozialismus ist es geradezu zynisch und menschenverachtend, dass derartige Organisationen und Veranstaltungen in einem so prestigeträchtigen Haus feiern und dafür Ehrenschutz genießen. Dem nicht zu widersprechen oder das aktiv zu fördern, ist untragbar, denn damit wird nicht nur den handelnden Personen, sondern auch deren Ideen Vorschub geleistet.
Die Universitätsvertretung der Höchschüler_innenschaft an der JKU möge daher beschließen:
Die Universitätsvertretung der Johannes Kepler Universität Linz fordert das Rektorat der Johannes Kepler Universität Linz auf, sich vom "Burschenbundball" und seinen Veranstalter_innen zu distanzieren und die offizielle Teilnahme daran abzusagen.
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