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International Day Against Homophobia and Transphobia
Donnerstag, den 17. Mai 2012 um 11:17 Uhr

Warum kämpfen und nicht feiern?

Der 17. Mai ist dem Kampf gegen Homophobie und Transphobie gewidmet. Besonders an diesem Tag geht es darum, die herrschenden, diskriminierenden Strukturen unserer Gesellschaft aufzuzeigen und gegen sie anzukämpfen. Homophobie und Transphobie sind bis heute in weiten Teilen der (bürgerlichen) Gesellschaft tief verankert. Nicht nur die offene Diskriminierung von Homosexuellen und Trans*-Personen im Alltag, sondern auch die Ungleichbehandlung von homosexuell l(i)ebenden Personen gegenüber„normalen“, heterosexuellen Paaren vor dem Gesetz, stellen einen untragbaren Zustand dar. Die jetzigen Gegebenheiten lassen keinen Grund zum Feiern übrig. Gegen diese Verhältnisse gilt es am 17. Mai noch mehr als an jedem anderen Tag anzukämpfen.

 

Warum ist der IDAHOT ausgerechnet am 17.Mai?

An diesem Tag 1990 berichtigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1990 ihre jahrelange falsche Darstellung von Homosexualität als Krankheit und strich sie aus dem Diagnoseschlüssel. Ein erster internationaler Schritt in die richtige Richtung.

Nicht nur in Österreich gibt es eine mehrheitliche Orientierung an heteronormativen Vorstellungen. Beispielsweise Uganda gilt inzwischen als schlimmer Verfolgungsstaat von LGBT-Personen  (Lesbian, Gay, Bi und Transgender). Die dort gültige Rechtsordnung sieht lange Haftstrafen für nicht heterosexuellen Geschlechtsverkehr vor.


Auch in immer mehr Staaten des ehemaligen Ostblocks  werden verschärfte Gesetze  beschlossen und bekräftigen damit vor allem Rechtsextreme und religiöse Fanatiker*innen. Veranstaltungen der örtlichen LGBT-Bewegungen wurden in den letzten Jahren immer wieder und vor allem immer gewaltsamer angegriffen. Nicht nur während Pride Parades werden LGBT-Personen zum Ziel homophob motivierter Gewalt sondern auch im täglichen Leben. Beispiele dafür sind die dokumentierten Übergriffe auf Pride Parades in Budapest (Ungarn)  und Split (Kroatien) . Zu befürchten ist - angesichts der aktuellen Politik Ungarns  - dass es dieses Jahr zu mehr Gewalt und Repression kommt.

Besonders in islamisch geführten Staaten wie dem Iran oder von fundamentalistischen Terrororganisationen wie etwa den Taliban kontrollierten Gebieten, kommt es zu Folter und unzähligen Hinrichtungen  von LGBT-Personen.Wie viele homosexuelle und Trans*-Personen wirklich in diesen Ländern und Regionen misshandelt und getötet werden, bleibt meist unklar. Die Dunkelziffer ist meistens weit höher als offizielle Angaben.

LGBT-Personen werden von vielen religiösen Institutionen offen diskriminiert. So wurde beispielsweise von einem Propagandisten der römisch-katholischen Kirche, Christoph Schönborn, bereits der Möglichkeit der„Verpartnerung“ eine Absage  erteilt, obwohl diese angebliche Gleichstellung ohnehin nur Heuchelei ist. So wird beispielsweise auf jedem behördlichen Formular eine Trennung zwischen „Eingetragener Partner*innenschaft“ und bürgerlicher Ehe vollzogen. Ganz zu schweigen davon, dass Eingetragene Partner*innenschaften nicht wie Eheschließungen auf Standesämtern vollzogen werden können.

Es gibt aber auch Fortschritte im Kampf gegen Homophobie. So sprach sich Barack Obama kürzlich für die Möglichkeit der Ehe zwischen homosexuellen Personen  aus und bezog damit eine klare Stellung gegen religiös-fundamentalistische Republikaner*innen.

Am 17. Mai wollen wir erneut deutlich zeigen, dass wir die herrschenden, diskriminierenden Verhältnisse auf keinen Fall akzeptieren werden. Rückständige Ansichten dürfen unseren Alltag nicht weiter bestimmen.Mit diesen heteronormativen Denkmustern gilt es aufzuräumen.


Gegen heteronormative Denkmuster!

Gegen rechtsextremes, homophobes Gedankengut!

Gegen religiös-fundamentalistische Propaganda!

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